19. Mai 2022

Der munichspace.de-Newsletter im März 2022

Nachdem der Februar-Newsletter aus privaten Gründen leider ausfallen musste, melden wir uns nun mit der März-Ausgabe zurück.

Jetzt, Ende Februar gab es ja einige klare Abende, vielleicht hattet Ihr ja die Gelegenheit, ein wenig den Sternenhimmel zu beobachten. Dieses Mal geht es schwerpunktmäßig um Sternbilder und deren Mythen.

Viel Vergnügen beim Newsletterlesen und beim Sterneschauen 🙂

Herzliche Grüße,
Marco & Barbara Sproviero

Foto-Rückblick Januar & Februar: Wintersternbild Orion und unser Mond

Neujahrsaufnahme: Zwillinge, Orion, Großer & Kleiner Hund, Stier, aufgenommen im Westen von München
Zwillinge, Orion, Großer & Kleiner Hund, Stier über dem Deininger Weiher
Der zunehmende Mond am Abendhimmel des 12.01.2022 (Brennweite 1m)

Jetzt noch ein paar Tage zu sehen: Das Wintersechseck und seine Sternbilder

Das Wintersechseck (siehe Januar-Newsletter) verabschiedet sich im Laufe des März. Es lohnt sich also in den nächsten Tagen noch einmal einen Blick auf das eine oder andere der Sternbilder zu werfen, die in dieser Formation verbunden sind: Orion, Fuhrmann, Stier, Großer Hund, Kleiner Hund und die Zwillinge.


Der Große und der Kleine Hund – Orions Begleiter auf der Jagd – oder auf den Hund gekommen

Starten wir mit dem Sternbild „Großer Hund“, Canis Major. Unterhalb des Orion, eher südöstlich, läuft der Große Hund hinter seinem Herrn, dem Himmelsjäger, her. Zu erkennen ist er an seinem hellleuchtenden Stern Sirius. Gut eine Handbreit über dem Südhorizont, symbolisiert er den Kopf des Hundes, Mirzam, der zweithellste Stern stellt die Vorderpfote dar. Die Konstellation sieht ein bisschen aus, wie ein stilisierter Dackel. Das Sternbild war schon in der Antike bekannt. In Ägypten kündigte das erstmalige Auftauchen des Sirius am Morgenhimmel das Nil-Hochwasser und die kommende fruchtbare Periode an.

Für die Griechen verstärkte Sirius die Kraft der Sonne, die das Land im Hochsommer ausdörrte. Sein erstes Auftauchen am Morgenhimmel läutete die Zeit der „Hundstage“ ein, vierzig Tage im August, die besonders heiß waren. Zusammen mit dem Kleinen Hund, eigentlich nur ein Strich weiter nördlich, begleitet der Große Hund den Orion auf der Jagd. Auch am Himmel folgen die beiden Hunde Orion, denn sie gehen immer nach dem Jäger auf, erst der Kleine, dann der Große Hund.

Sirus ist der hellste Stern am Himmel. Er ist der Hauptstern also der alpha-Stern im Großen Hund. Ein wenig höher, links vom Himmelsjäger finden wir einen leuchtenden Stern im Kleinen Hund: Prokyon, was Griechisch für „Vorhund“ steht, denn Prokyon geht auf unserer Nordhalbkugel immer vor Sirus auf. Beide Sterne sind relativ erdnahe Sterne und gehören zu den sogenannten Nachbarsternen unserer Sonne. Beide Hunde verschwinden langsam am Abendhimmel zusammen mit ihrem „Herrchen“, dem Orion.

Der Große und der Kleine Hund im „Schlepptau“ des Orion (Grafik: www.stellarium.org/de)

Kastor und Pollux – die unzertrennlichen Zwillingsbrüder

Auch die Zwillinge sind bis Ende März gut sichtbar. Links über dem Orion erkennt man sie an den beiden hellen Hauptsternen Kastor und Pollux, die die Köpfe der Brüder symbolisieren.  Bei der Strichdarstellung sieht man deutlich, dass sie sich an den Händen halten und sich zugeneigt sind.  Der Sage nach sind die beiden Söhne von Leda, der Königin von Sparta, unzertrennlich,  auch wenn sie zwei verschiedene Väter haben: Kastors Vater ist Ledas Ehemann Tyndareus und Pollux Vater ist der Göttervater Zeus persönlich, wodurch Pollux unsterblich ist. Die Zwillingsbrüder sind als große Helden unterwegs, u. a. auch zusammen mit Jason auf dem Schiff Argon auf der Suche nach dem Goldenen Vlies. Weil Kastor und Pollux das stürmische Meer beschwichtigen können, sind die Zwillinge das Sternbild für alle Seefahrer. Als die beiden in Streit geraten mit zwei anderen Zwillingsbrüdern um zwei Frauen, wird Kastor getötet. Pollux ist untröstlich, will auch sterben und wird zusammen mit seinem Bruder von Zeus auf den Himmel versetzt, wo sie wiedervereinigt sind. Das Sternbild soll die Menschen an Freundschaft und Bruderliebe erinnern.

Das Sternbild Zwillinge in einer historischen Darstellung. (Flamsteed) via www.deutschlandfunk.de

Nicht nur für Astrofotografen: der Mond im Goldenen Tor der Ekliptik

Am 8. und 9. März geht der Mond durch das Goldene Tor der Ekliptik. Dieses gedachte Tor liegt zwischen den Hyaden, der offene Sternhaufen im Kopf des Stiers und den Plejaden, die ebenfalls zum Sternbild Stier gehören (siehe Januar-Newsletter). In diesem Zwischenraum verläuft die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn von der Erde aus gesehen. Immer wieder laufen Sonne, Mond und Planeten zwischen diesen beiden Sternhaufen hindurch. Das Goldene Tor der Ekliptik ist ein Asterismus, also eine Sternenkonstellation im Sternbild Stier.

Der Mond „wandert“ durch das Goldene Tor der Ekliptik (Darstellung www.stellarium.org)

Planeten am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen: Venus und Saturn

Planetenmäßig ist der März ein Monat für Frühaufsteher. Die Venus zeigt sich als strahlender „Morgenstern“ und ist am 21. März von der Sonne halb beleuchtet. Dieser Tag ist der Beginn der zunehmenden Phase der „Halbvenus“, in der Fachsprache Dichotomie (griechisch halbgeteilt) genannt. An diesem Tag der Dichotomie ist die Venus 102 Millionen km von der Erde entfernt. Durch ein gutes Fernglas und ein Teleskop ist die Sichel der Venus gut sichtbar und auch fotografierbar.

Am 27. März sieht man südwestlich flach über dem Horizont die abnehmende Mondsichel in einer abwärts laufenden Linie zusammen mit Venus und Mars. Ein kleiner Leckerbissen für Frühaufsteher mit Fernglas ist die Begegnung zwischen der sehr hellen Venus und dem etwas schwächer beleuchteten Saturn am 29. März


Astronomie-Veranstaltungstipps im März

Ab sofort startet die Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum wieder mit den Abendführungen auf der historischen Oststernwarte im Deutschen Museum. Aktuell ist die Teilnehmerzahl begrenzt, es ist eine Anmeldung erforderlich. Es gelten FFP2-Maskenpflicht und die 2G-Regel:

Online Vorträge der Beobachtergruppe, dienstags 20:00 Uhr.
Anmeldung unter https://www.beobachtergruppe.de/main/veranstaltungen.html:

  • Dienstag, 15.03.2022: Sind wir die einzigen im Universum? (Harald Vorbrugg)
  • Dienstag, 05.04.2022: Infrarot-Astronomie – das kalte Universum (Dr. Jeroen de Jong)

Auch in der Münchner Volkshochschule (Webseite) gibt es Veranstaltungen mit astronomischen Inhalten:
https://www.mvhs.de/programm/umwelt-natur-wissenschaft/astronomie.19698

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