19. Mai 2022

Der munichspace.de-Newsletter im Januar 2022

Wir wünschen Euch Alles Gute für das neue Jahr 2022!

Nachdem der Januar schon wie ein verregneter und wolkenverhangener Frühling daherkommt, hoffen wir auf baldige Besserung und viele klare Winternächte!

Vielen Dank auch an Markus Dähne, unseren Kollegen von der Beobachtergruppe (www.beobachtergruppe.de) für die Bereitstellung der beiden Aufnahmen des Kometen Leonard – siehe unten.

Viel Spaß beim Lesen und beim Sterneschauen 🙂

Herzliche Grüße,
Marco & Barbara Sproviero


Foto-Rückblick Dezember: Planetenparade, der Komet Leonard und der Mond

Jupiter, Saturn, der Mond und die Venus über dem gefrorenen Deininger Weiher am 07.12.2021
Der Komet C/2021 A1 Leonard am 10.12.2021 (Bild: Markus Dähne, www.beobachtergruppe.de)
Der Komet C/2021 A1 Leonard am 10.12.2021 (Bild: Markus Dähne, www.beobachtergruppe.de)
Die kurze Animation zeigt die Bewegung des Kometen vor dem Fixsternhimmel
Der abnehmende Mond am Morgen des 23.12.2021

Was passiert astronomisch im Januar?

Das neue Jahr startet mit einer Planetenparade: alle Planeten unseres Sonnensystems sind im Januar sichtbar. Neptun und Uranus sind allerdings nur mit optischen Hilfsmitteln wie Fernglas oder Teleskop zu beobachten.

Jupiter, Saturn und Merkur in der Abenddämmerung des 15.01.2022 – Blickrichtung Südwest
(Grafik: www.stellarium.org/de)
Uranus und Neptun mit dem zunehmenden Mond und Jupiter am Abend des 08.01.2022 – Blickrichtung Südwest
(Grafik: www.stellarium.org/de)
Venus und Mars am Morgen des 22.01.2022 (Grafik: www.stellarium.org/de)

Sternbilder im Januar

Im Januar sind die Nächte noch sehr lange und sehr dunkel, ideal, um den Sternenhimmel mit vielen Sternbildern zu erkunden.

Rund um das Wintersechseck

Diese Konstellation zählt selbst nicht zu den offiziellen 88 Sternbildern, sondern es handelt sich hier um einen sogenannten Asterismus. Mit dem Wintersechseck lassen sich eine Reihe bekannter Wintersternbilder schnell auffinden. Das Sechseck verbindet folgende Sterne miteinander:
Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen.

Das Wintersechseck (Grafik: www.stellarium.org/de)

Das wohl schönste und sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Erdhalbkugel sichtbare Sternbild ist der Orion, auf der Nordhalbkugel als Himmelsjäger bekannt. Man erkennt ihn sofort an den charakteristischen drei Gürtelsternen Alnitak, Alnilam und Mintaka. Die linke Schulter des Jägers wird durch den Roten Riesen Beteigeuze (= arab. Schulter des Riesen) markiert, die rechte durch Bellatrix, dem dritthellsten Stern im Orion. Der Orion ist für Astrofotografen ein wahrer Leckerbissen, denn er beinhaltet mehrere astronomische Nebel, wie z.B. den berühmten Emissionsnebel M42, auch Orionnebel genannt.

Mehr zu den Sternbildern: https://munichspace.de/himmelsbeobachtung/sternbilder/

Der Orionnebel M42 mit M43 (Foto: Marco Sproviero)

Während er durch ein Teleskop betrachtet als milchiger Fleck zu sehen ist, kommen seine Farben bei längerer Belichtung mit einer Kamera schon beeindruckend zur Geltung. Weitere Nebel im Orion sind der Flammennebel und der Pferdekopfnebel nahe Alnitak.

Das Sternbild Stier rechts oberhalb des Orion erkennt man gut an dem V-förmigen Kopf, bestehend aus dem offenen Sternhaufen der Hyaden. Der rote Hauptstern Aldebaran bildet dabei das Auge des Stiers ab. Aldebaran ist ein Roter Riese, also eine sterbende Sonne,  und ca. 70 Lj entfernt. Er leuchtet 130 mal stärker als die Sonne.

Schaut man noch ein wenig weiter rechts nach oben, findet man die Plejaden (M45), Siebengestirn oder die Sieben Schwestern genannt. Dieser offene Sternenhaufen gehört zum Stier und sieht ein wenig aus wie ein kleiner Mini-Wagen.

Die Plejaden (M45), (Foto: Marco Sproviero)

Der Sage nach wurden die sieben Töchter des Riesen Atlas verfolgt vom liebestollen Jäger Orion bis Göttervater Zeus sie alle an den Himmel versetzte, wo Orion noch immer ihnen nachzustellen scheint, denn das Sternbild läuft stets hinter ihnen her. Durch ein Fernglas beobachtet wirken diese strahlenden Sterne wie ein Schmuckkästchen, das man gerade geöffnet hat. Ein Teleskop ist für die Plejaden nicht ganz so gut geeignet. Da ein Teleskop meist stärker vergrößert als ein Fernglas, sieht man die Plejaden damit nicht in voller Pracht und Größe. Auf Japanisch heißen die Plejaden übrigens Subaru, was das Logo der gleichnamigen Automarke erklärt. Hier sind – wie mit bloßem Auge am Himmel  – nur sechs Sterne zu erkennen. 


Veranstaltungstipps: Astronomie-Vorträge im Januar

Im Januar 2022 finden eine Reihe spannender Vorträge & Kurse rund um die Astronomie statt:

Mittwoch, 12.01.2022 um 19:30 Uhr
Online Vortrag vom DLR Braunschweig:

Mission ISS – Horizonte in Raum und Zeit
Von den Anfängen der Raumfahrt bis zur aktuellen ISS-Mission des deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer: Der Leiter des DLR_School_Lab Braunschweig, Frank Fischer, gibt spannende und auch humorvolle Einblicke in den Alltag der Astronautinnen und Astronauten. Hinzu kommt ein Blick in die Zukunft: Wie sehen die Pläne für Flüge zum Mond und Mars aus?

Link zur Teilnahme: https://dlrschoollab.keymachine.eu/b/fra-esu-sig-ldo

Bitte wählt Euch bereits um 19:15 Uhr ein, damit es um 19:30 Uhr zum Start keine Probleme gibt!

Online Vorträge der Beobachtergruppe, dienstags 20:00 Uhr.
Anmeldung unter https://www.beobachtergruppe.de/main/veranstaltungen.html:

  • Dienstag, 18.01.2022: Dunkle Materie (Dr. Benjamin Mirwald)
  • Dienstag, 01.02.2022: Offene Sternhaufen und ihre Bedeutung für die Astronomie (Klaus Rohe)

Auch in der Münchner Volkshochschule (Webseite) gibt es Veranstaltungen mit astronomischen Inhalten:
https://www.mvhs.de/programm/umwelt-natur-wissenschaft/astronomie.19698


Hinweis zu den Fotos: Das Copyright liegt bei Marco Sproviero | www.munichspace.de
Falls Sie die Bilder weiterverwenden möchten bitte ich um Benachrichtigung: info@munichspace.de


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